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Kranken­zusatztarife nach Art der Schaden­versicherung

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Christian Frenzel 30.11.2017

Krankenzusatztarife nach Art der Schadenversicherung

Herausforderungen der sparten­übergreifenden Produkterweiterung


Bis vor einigen Jahren war es in Deutschland eher unüblich, die Teilkostenversicherung in der Krankenversicherung nach Art der Schadenversicherung bei einem Sachversicherer abzubilden und anzubieten.

 

Aber die Veränderungsgeschwindigkeit bzw. der Druck auf bestehende Geschäftsmodelle in der PKV steigen seit einigen Jahren drastisch an und stellen gewachsene Strukturen vor erhebliche Herausforderungen. Insbesondere die gestiegenen Eigenkapitalanforderungen nach Solvency II unterstützen das Hinterfragen von etablierten Modellen.

 

Auf der anderen Seite überdenkt auch der eine oder andere Schadenversicherer seine strategische Ausrichtung und bewertet einen möglichen Eintritt in die Krankenzusatzversicherung neu.

 

 

Was ist passiert?

Neben den Herausforderungen in der Versicherungstechnik, ohne Kapitalmarktergebnis ein positives versicherungstechnisches Ergebnis abzuliefern, führen auch spartenübergreifende Produktinnovationen zu einer Neuausrichtung in der Produktpolitik.

 

Diese Erkenntnis kann man gut aus dem Wachstum der außerordentlichen Mitglieder des PKV-Verbandes erkennen. Aktuell sind die Schadenversicherer Janitos, die Bayerische, Deutsche Familienversicherung, WGV, EUROPA, Europ Assistance und die Würzburger Versicherung als außerordentliche Mitglieder beim PKV-Verband gelistet.

 

Hier ist deutlich erkennbar, dass selbst Konzerne mit einer eigenen PKV diesen Weg einschlagen. Neben den o. g. Eigenkapitalanforderungen sind hier auch weitere strategische Auslöser denkbar.

Frau bearbeitet einen Schaden an Ihrem Computer über die Tastatur

 

Welche Herausforderungen ergeben sich?

Nach der Entscheidung für neue Krankenversicherungs-Zusatzprodukte in der Schadenversicherung gibt es eine Vielzahl von Hürden in der Projektumsetzung.

 

 

Aus Sicht des Versicherungsbetriebs bzw. der bestandsführenden Systeme gehören dazu:
  • Entstehen neue antragsunterstützende Prozesse und können diese effizient unterstützt werden? Beispiele können u. a. aus der Risikoprüfung für die KV oder aus der Bonitätsprüfung kommen.
  • Gibt es Grenzen bei der Produktmodellierung?
  • Können die Provisionssysteme zusätzliche Provisionsparameter „vertragen“?
  • Was passiert mit den „neuen“ Antragsdaten?
  • Sind neue Meldepflichten hierzu notwendig?
Auch aus der Sicht der Schadenabteilung entstehen neue Fragen:

Wie groß ist die Herausforderung, das Schadensystem dahingehend umzubauen, um auch KV-Leistungen abzuwickeln? Beispielsweise seien hier aufgeführt:

  • Neue Anforderungen bzgl. einer Fallverwaltung
  • Abrechnung von Leistungsbescheiden (Mappe/Zusammenfassung von einzelnen Rechnungen)
  • Anlage von Heil- und Kostenplänen/Kostenvoranschlägen und die Zuordnung der einzelnen Rechnungen auf diese
  • Schadentag vs. Behandlungszeitraum bzw. mehrere Melde- und Behandlungszeitpunkte (Deckungsprüfung!)
  • Maschinelle Kalkulation der Leistung (mit Einbezug von Wartezeiten, Vorleistungen, Leistungsstaffeln, Höchstgrenzen, etc.)

Nicht zuletzt müssen auch organisatorische Fragen gestellt werden. Insbesondere der Qualifikationsbedarf für KV-spezifische Fragen ist für die betroffenen Sachbearbeiter nicht zu unterschätzen. Hier ist eine hohe systemseitige Unterstützung mit KV-spezifischen Automatisierungspotential eine große Hilfe.

 

Unter Betrachtung der Vielzahl von Einzelaspekten stellt sich natürlich die Frage, wann sind Opportunitätsaufwände so groß, um über die Entscheidung für ein neues System nachzudenken?

 

Auf genau diese Herausforderungen geht eine standardisierte Softwarelösung wie in|sure ein, die alle Sparten von der Lebensversicherung, Krankenversicherung und der Schadenversicherung systemeinheitlich abbildet, aber gleichzeitig so spezialisiert ist, dass sie spartenspezifische Prozesse umzusetzen kann.

 

Dabei sind zusätzlich folgende Leistungsmerkmale relevant:  

  • Ein „sprechendes“ System, d.h. keine Kürzel wie es bei Hostanwendungen der Fall ist und somit eine bessere Übersichtlichkeit sowie vor allem ein leichterer Einstieg für neue Mitarbeiter.
  • Bessere Navigationsmöglichkeiten und Prozesssteuerung sowie ein schnellerer Einstieg in die unterschiedlichen „Masken“ (Host: immer Maske für Maske navigieren…)
  • Schnelle Anpassungsmöglichkeiten des Systems
  • Übernahme von manuellen Arbeitsschritten im neuen System, auch durch die Funktion Regressbearbeitung (in KV sehr selten, daher immer ein vollständig manueller Prozess)
 
 
Zusammenfassung

Die Entscheidung eines Schadenversicherungsunternehmens für die Aufnahme von KV-Produkten in das Produktportfolio stellt die Unternehmen vor eine Vielzahl von Herausforderungen, wobei die effiziente Umsetzung von KV-spezifischen Prozessen die deutlichste ist.

 

Hier kann in einer vergleichenden Betrachtung der Lösungsweg darin bestehen, ein spezialisiertes Schaden-/Leistungssystem für die neuen Prozesse einzusetzen und damit Risiken und Komplexität zu reduzieren und relativ schnell vertriebliche Erfolge mit einer erweiterten Produktpalette zu realisieren.