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Anwender­bericht Debeka

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Anwenderbericht Debeka

In großen Schritten zum großen Ziel


Debeka setzt bei neuen fondgebundenen Rentenversicherungsangeboten auf eine neue Bestandsführung

Auf Veränderungen am Markt reagieren Unternehmen ganz unterschiedlich. Einige halten beharrlich am bisherigen Weg fest in der Hoffnung, das wird auch weiter funktionieren. Andere stellen sich der veränderten Situation mit neuen Angeboten und neuen Prozessen. Die Debeka-Gruppe mit Hauptsitz in Koblenz gehört zur zweiten Gruppe. Im Umfeld der privaten Altersvorsorge musste die Versicherung in Zeiten von Niedrigzinsen und Solvency II die bisherigen Angebote auf den Prüfstand stellen. Mit neuen, fondsgebundenen Produkten reagierte der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit auf das veränderte Marktumfeld und auf die Erwartungen der Mitglieder an flexible und individuelle Anlageprodukte. Diese neuen Produkte erforderten auch neue Systeme auf IT-Seite. Hier setzten die Verantwortlichen von Debeka auf die Bestandsführung mit PSLife der adesso insurance solutions GmbH (ais).

 
Märkte verändern sich

Ähnlich wie andere Versicherungen bewegt sich auch die Debeka in einem Marktumfeld, das sich in den letzten Jahren deutlich verändert hat. Auf Seiten der Kapitalmärkte sorgt die langanhaltende Niedrigzinsphase dafür, dass klassische Produkte wie Lebensversicherungen für Kunden an Attraktivität verlieren. Gleichzeitig können Versicherungsunternehmen Geld nicht mehr zu bisherigen Konditionen anlegen. Von Seiten des Gesetzgebers stellen die Solvency-II-Regelungen andere Anforderungen an die Reserven einer klassischen Lebensversicherung. So sorgen gleich zwei Entwicklungen dafür, dass bisherige Geschäftsmodelle von Versicherungen unter Druck geraten. Mit der Folge, dass sich einige Anbieter bereits gänzlich aus diesem Bereich zurückzogen.

 

Anders die Debeka: Der Herausforderung, Angebote und Prozesse zu verändern, begegneten die Entscheidungsträger mit einem neuen Produktansatz. Im Bereich der Lebensversicherung wollten sie den Mitgliedern neue, fondsgebundene Produkte anbieten. Ziel war es, flexible und kostengünstige Angebote einzuführen, aus denen sich das einzelne Mitglied das zu seiner Risikopräferenz passende auswählen kann, praktisch ein Maßanzug für den individuellen Versicherungsschutz. Nachdem der Vorstand die grundsätzliche Entscheidung für diese neuen Produkte gefällt hatte, sollte ein abteilungsübergreifendes Projektteam möglichst zügig die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Debeka diese auch anbieten kann. Keine einfache Aufgabe, denn mit diesem Schritt betritt Debeka auf vielen Gebieten Neuland. Bisher war das Unternehmen mit seinen Lebensversicherungsangeboten ausschließlich im klassischen Bereich aktiv; mit fondsgebundenen Produkten hatte man bisher keine Erfahrung.

 

Entsprechend umfangreich war das Projekt zur Einführung. Ralf Thommes, stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung „Leben, Technik, Controlling“ und gemeinsam mit Herbert Klas, Referatsleiter Betriebsorganisation Leben, einer der beiden Projektleiter, erinnert sich: „Hier waren fast alle Unternehmensbereiche eingebunden. Ob Vertrieb, Produktentwicklung, Aktuariat, Betriebsorganisation, Fachabteilung für die Vertragsänderungen, das Anlagemanagement oder der IT-Bereich. Hinzu kamen Stabsabteilungen wie Datenschutz oder IT-Sicherheit.“ Unter dem Projektnamen „Konnex“ arbeiteten die Experten all dieser Bereiche zusammen, damit die Mitglieder der Debeka die fondsgebundenen Angebote nutzen können.

 

Dieser Name, abgeleitet vom lateinischen „connectere“ für verbinden, verdeutlicht, wo die Herausforderungen dieses Projektes lagen: Einerseits mussten die Verantwortlichen zwei Produktwelten – die klassische und die fondgebundenen Lebensversicherung – miteinander verbinden. Andererseits ging dies nicht ohne eine Brücke zwischen technischen Systemen zu schlagen. Denn die Verantwortlichen waren sich darüber im Klaren, dass ohne ein modernes, flexibles IT-System auch keine modernen, flexiblen Produkte möglich sind.

 

Das klassische, Cobol-basierte System, auf das Debeka bisher setzte, war ideal dafür geeignet, die klassischen Lebensversicherungsprodukte abzubilden. Bezüglich Flexibilität und Anpassbarkeit kam es jedoch an seine Grenzen. Nach einer passenden Ergänzung mussten die Verantwortlichen nicht lange suchen, die hatten sie bereits seit einigen Jahren im Haus.

 

Moderne Produkte erfordern moderne IT-Systeme

Seit 2008 arbeitet Debeka im dispositiven Bereich mit dem PSLife-Rechenkern der adesso insurance solutions GmbH. Die Versicherung setzt die ais-Lösung als Ergänzung zum etablierten System, und zwar für mathematisch anspruchsvolle Bereiche ein; über 500 bestehende Tarife werden in PSLife umgesetzt. Mit dem Rechenkern hatte Ralf Thommes bereits umfangreiche Erfahrungen sammeln können, seit 2011 leitet er die entsprechende Arbeitsgruppe. Diese Arbeitsgruppe ist dafür verantwortlich, im Rechenkern alle relevanten Implementierungen vorzunehmen. Und bei diesen Aufgaben überzeugte die Lösung der adesso insurance solutions den gelernten Mathematiker:

Das System unterstützt uns beispielsweise bei der Erstellung des Jahresabschlusses. Mit PSLife können wir unsere Ergebnisse sehr effektiv überprüfen. Hier zahlt es sich aus, dass das System statt des klassischen Barwert-Ansatzes die Markov-Methode nutzt.

Schon früh war den Entscheidern klar, dass sie für die Abbildung der neuen Produkte PSLife-Funktionen auch über den Rechenkern hinaus nutzen wollten. Ziel war es, das klassische System und die PSLife-Lösung parallel zu betreiben. So wollte Debeka neben dem Rechenkern beispielsweise das Vertragsverwaltungssystem aus PSLife einsetzen. Bei Themen wie Adressverwaltung oder Zentralinkasso dagegen sollte weiterhin das vorhandene konzernweite System zum Zuge kommen. Nachdem eine technische Voruntersuchung bestätigte, dass diese Aufteilung grundsätzlich realisierbar ist, machte sich das Projektteam ab Anfang Oktober 2015 daran, eine zu den neuen Angeboten im Bereich Lebensversicherung passende IT-Lösung zu entwickeln. Ziel war es, bis zum 1. Juli 2016 die neuen, fondsgebundenen Angebote verkaufen zu können. Nicht viel Zeit für das Team um Ralf Thommes und Herbert Klas, die technischen Herausforderungen zu lösen. Gemeinsam mit den Experten von adesso insurance solutions machten sich die Debeka-Fachleute ans Werk.

 

Gerade der Anfang des Projektes hatte es in sich: Auf der einen Seite ein System, das in den 1980ern aufgebaut wurde, auf der anderen Seite eine Lösung mit modernster Technologie. Beide Systeme reagieren sehr unterschiedlich, müssen aber nahtlos zusammenarbeiten. „Wir konnten das Projekt nur deshalb innerhalb dieses knappen Zeitrahmens umsetzen, weil sowohl die externen Kollegen von ais als auch unsere Debeka-Mitarbeiter die jeweiligen Systeme und einander gut kannten“, beschreibt Ralf Thommes einen Grund für den Erfolg des Projektes.

 

Dabei musste der PSLife-Rechenkern bereits sehr früh funktionieren: Er lieferte das Zahlenwerk, mit dem die Umsysteme dann weiterarbeiten mussten. So testete das Projektteam die Zusammenarbeit von Kern und Umgebung sowie die Funktionsfähigkeit der Schnittstellen.

 

Aufgrund der besonderen Bedeutung der Vertriebskomponente setzten die Verantwortlichen für das Außendienstsystem ein eigenes Teilprojekt auf. Dieses System, mit dem bis zu 12.000 Mitarbeiter der Debeka arbeiten, verband das Projektteam mit dem PSLife-Angebotssystem. Ziel war hier, dass diese Mitarbeiter weiter mit der gewohnten Software arbeiten konnten, während im Hintergrund die Daten an PSLife übergeben werden. So musste der Vertrieb sich nicht mit einem neuen System und neuen Oberflächen beschäftigen, sondern konnte sich direkt auf die Beratung von Interessenten konzentrieren.

 

Der 23. Juni 2016 ist allen Projektbeteiligten in guter Erinnerung geblieben. An diesem Tag wurde der erste neue Vertrag aus dem Akquisesystem in die PSLife-Umgebung übergeben – und alles funktionierte wie in den Wochen und Monaten vorher geplant. Am 1. Juli 2016 war es dann soweit: Unter dem Namen Delta-System – für „Debeka-Lebentarifauskunftsystem“ – schalteten die Verantwortlichen die Anwendung für alle relevanten Mitarbeiter im Innen- und Außendienst frei. Und seitdem macht das System genau das, was es tun soll: Es läuft und läuft. „Wir hatten in den ersten drei Monaten nur wenige Stunden Produktionsausfall“, blickt Ralf Thommes auf die Anfänge zurück. „Ein Wert, mit dem wir angesichts des Umfanges und der Komplexität sehr zufrieden sind.“ Aber nicht nur die Technik funktioniert, auch die neuen fondsgebundenen Angebote werden von den Mitgliedern gut angenommen: Bis dato konnte die Debeka schon über 27.000 neue Verträge policieren.

 

Überzeugende Produkte, die auf einem guten technologischen Fundament aufgebaut sind: Die Einführung der fondgebundenen Lebensversicherung zeigt, wie Versicherungen auch in einem herausfordernden Marktumfeld erfolgreich handeln können.

 

 

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